
Der angeschlagene Schweizer Stahlkonzern Swiss Steel kündigte am 24. Januar seinen Rückzug von der Börse an, um die Restrukturierung gezielter vorantreiben und Kosten sparen zu können. An der ausserordentlichen Generalversammlung von 17. Februar stimmten die Aktionäre mit einer Mehrheit von 98,83% dem Antrag des Verwaltungsrates auf freiwillige Dekotierung der Swiss Steel Holding AG nun zu.
98,83% Zustimmung zur Dekotierung
Die Zustimmung war allgemein erwartet worden, denn AMAG-Besitzer Martin Haefner besitzt über seine GravelPoint Holding mit 65,75% die Mehrheit an der Swiss Steel Group. Lediglich 11,29% der Aktien befinden sich im Streubesitz. Wie das Unternehmen mitteilte, sei das Dekotierungsgesuch bereits eingereicht worden. Weitere Details zur Dekotierung wurden nicht bekannt gegeben. Wie bereits in einem früheren Beitrag von schweizeraktien.net erwähnt, wird nun die SIX Swiss Exchange über die Genehmigung des Gesuchs und den letzten Handelstag entscheiden. Swiss Steel rechnet mit einer Zeitspanne von drei bis zwölf Monaten, bis die Dekotierung erfolgt ist. Anschliessend soll eine Möglichkeit zum ausserbörslichen Handel der Aktien beantragt werden. Den Aktionären will das Unternehmen «zu gegebener Zeit weitere Informationen zukommen lassen.»
Am Rande der ausserordentlichen Generalversammlung kam es in Emmenbrücke zu einem Aufruf von Beschäftigten und Gewerkschaften. Sie forderten, dass die Firma die angebotene staatliche Unterstützung im Umfang von rund 25 Mio. CHF beantragt. Ausserdem soll Swiss Steel eine Standortgarantie für die Stahlproduktion in Emmenbrücke abgeben. Die Steeltec AG, der Produktionsstandort der Swiss Steel Group in der Schweiz, hatte Anfang Januar bekannt gegeben, dass am Standort 130 Stellen abgebaut werden müssen und es voraussichtlich zu maximal 50 Kündigungen kommen wird.

Der Aktienkurs der Swiss Steel-Aktie ist seit Anfang Jahr um rund 50% gefallen, hat sich in den letzten Tagen allerdings wieder etwas erholt.